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	<title>Nachrichten aus Mittel- und Osteuropa</title>
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	<description>...Sebastian Becker berichtet täglich aus der polnischen Metropole Warschau über das Wirtschaftsgeschehen</description>
	<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 10:18:40 +0000</pubDate>
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	<language>en</language>
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		<title>Organisation f&#252;r EM 2012 stottert</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 06:03:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Becker</dc:creator>
		
	<category>Sport</category>
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		<description><![CDATA[WARSCHAU -. Polen, das im Jahr 2012 zusammen mit der Ukraine die Fu&#223;ball-EM ausrichten soll, kommt bei der Organisation ins Straucheln. „Etwa die H&#228;lfte der Projekte, die untersucht worden sind, werden nicht plangem&#228;&#223; fertig“, hei&#223;t es in einem Bericht, den die einheimische Nationale Kontrollkammer (NIK) ver&#246;ffentlicht hat. Diese Beh&#246;rde &#252;berpr&#252;ft von Zeit zu Zeit, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>WARSCHAU -. Polen, das im Jahr 2012 zusammen mit der Ukraine die Fu&#223;ball-EM ausrichten soll, kommt bei der Organisation ins Straucheln. „Etwa die H&#228;lfte der Projekte, die untersucht worden sind, werden nicht plangem&#228;&#223; fertig“, hei&#223;t es in einem Bericht, den die einheimische Nationale Kontrollkammer (NIK) ver&#246;ffentlicht hat. Diese Beh&#246;rde &#252;berpr&#252;ft von Zeit zu Zeit, wie der polnische Staat seine Steuergelder verwendet. In diesem Fall geht es um den Bau von Stra&#223;en- und Autobahnabschnitten, Bahnstrecken sowie dem Ausbau von Flugh&#228;fen, die f&#252;r die Sportveranstaltung notwendig sind. Dar&#252;ber hinaus kritisiert die NIK, dass die Ausgaben der staatlichen Gesellschaft „2012.pl“ zu hoch seien. Sie ist f&#252;r die Vorbereitung zust&#228;ndig.</p>
<p>Damit steht die Ausrichtung des Riesen-Ereignisses wieder unter einem ungl&#252;cklichen Stern – und das, obwohl Polen von den beiden Ausrichterl&#228;ndern eigentlich immer als der solidere Organisator gegolten hatte. Die Ukraine hingegen hat den Vertretern der europ&#228;ischen Fu&#223;ball-Union UEFA schon von Anfang an die Sorgenfalten auf die Stirn getrieben – und zwar wegen ihrer unsicheren politischen und wirtschaftlichen Lage. Dabei ist dieses Sport-Event f&#252;r beide L&#228;nder von sehr gro&#223;er Bedeutung:  Viele einheimische Politiker und internationale Investoren erhoffen sich davon einen gewaltigen wirtschaftlichen Schub und einen erheblichen Imagegewinn.</p>
<p>Das scheint nun wieder in Frage zu stehen. „Die Termin stehen sehr unter Druck“, best&#228;tigte ein Sprecher der NIK auf Anfrage. 52 Investitionsprojekte von den 127, die wir kontrolliert haben, werden nicht so realisiert, wie es der Plan von 2009 vorsieht“, hei&#223;t es in dem Bericht.</p>
<p>Dabei ist die genauere Analyse schon besorgniserregend: „36 dieser Projekte werden erst nach Beginn der EM fertig“, hei&#223;t es. Davon sind die meisten Schnellstra&#223;en und &#246;ffentliche Nahverkehrsprojekte in den St&#228;dten. Doch das ist noch nicht alles: Manche Projekte w&#252;rden auch erst im Mai 2012 beendet – das hei&#223;t, auf den allerletzten Dr&#252;cker. Und die kleinsten Probleme k&#246;nnten auch hier zu einer Versp&#228;tung f&#252;hren. </p>
<p>„Ein Teil dieser Investitionen werden sich zwar versp&#228;ten, doch wird nur einen geringen Einfluss auf die EM 2012 haben“, versuchte der polnische Sportminister Adam Giersz hingegen weiter Optimismus zu verspr&#252;hen. Und auch die UEFA will sich davon nicht beeindrucken lassen. Und verdoppelte daraufhin die Zahl ihrer Fachleute, die in Polen die &#246;rtlichen Organisatoren unterst&#252;tzen sollen. </p>
<p><strong>Platini bleibt dabei</strong><br />
UEFA-Pr&#228;sident Michel Platini suchte systematisch den Schulterschluss mit den Polen, indem er extra betonte: „Wir gehen davon aus, dass die EM in vier polnischen und in vier ukrainischen St&#228;dten stattfindet.“ Und der letztliche Organisationsplan werde im Oktober pr&#228;sentiert. Es sieht so aus, dass die UEFA unbedingt die EM in Polen und der Ukraine sehen will – auch wenn die Probleme bei der Vorbereitung nicht klein sind. Und will damit zeigen, dass es trotz der Bedenken richtig war, die Veranstaltung in diese unsicheren L&#228;ndern zu vergeben.
</p>
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		<title>Tschechien und Slowakei erholen sich</title>
		<link>http://www.sebastianbecker.info/?p=378</link>
		<comments>http://www.sebastianbecker.info/?p=378#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 07:26:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Becker</dc:creator>
		
	<category>Unternehmen</category>
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		<description><![CDATA[PRAG/ BRATISLAVA - Endlich wieder mit kleinen Zuw&#228;chsen, ohne sich jedoch vollst&#228;ndig zu erholen: Das zeichnet Tschechien und die Slowakei im ersten Halbjahr aus – zwei kleine &#246;stliche EU-M&#228;rkte, die aufgrund ihrer Abh&#228;ngigkeit vom Au&#223;enhandel im vergangenen Jahr heftig von der Krise gebeutelt worden sind. Aber immerhin: Die Gesichter der Transporteure erhellen sich wieder etwas. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>PRAG/ BRATISLAVA - Endlich wieder mit kleinen Zuw&#228;chsen, ohne sich jedoch vollst&#228;ndig zu erholen: Das zeichnet Tschechien und die Slowakei im ersten Halbjahr aus – zwei kleine &#246;stliche EU-M&#228;rkte, die aufgrund ihrer Abh&#228;ngigkeit vom Au&#223;enhandel im vergangenen Jahr heftig von der Krise gebeutelt worden sind. Aber immerhin: Die Gesichter der Transporteure erhellen sich wieder etwas. Der Grund: Steigende Auftr&#228;ge, da die Volkswirtschaften der anderen L&#228;nder so langsam wieder Oberwasser bekommen. Doch kann von einem Ende der Probleme noch lange keine Rede sein. </p>
<p>„Die Entwicklung ist sehr langsam“, sagt Jan Medved der „VerkehrsRundschau“ – der Sprecher der tschechischen Transportunternehmer-Vereinigung CESMAD BOHEMIA. Mit knapp 2.000 Mitgliedern ist die Organisation die gr&#246;&#223;te ihrer Art in Tschechien. Wie in anderen L&#228;ndern stemmen die LKW den Gro&#223;teil der Transportlast. „Im Januar und im Februar sind die Auftr&#228;ge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zur&#252;ck gegangen“, erkl&#228;rt der Manager. Erst im M&#228;rz habe es wieder ein Plus gegeben, so der Unternehmer-Chef. Nach sechs Monaten kletterten die Volumina seinen Aussagen zufolge um 1,8 Prozent. „Dabei sind die Preise noch weit im Keller“, erkl&#228;rte Medved. „Deswegen k&#246;nnen die Unternehmen zwar wieder mehr fahren, doch k&#246;nnen sie damit keinen Cash-Flow generieren und profitabel wirtschaften“, so der Vorstandsvorsitzende. </p>
<p>Und das ist nicht das einzige Problem: Auch die Zeit, innerhalb derer die Transporteure ihre Entgelte erhielten, seien noch ziemlich lang. Medved &#228;rgert, dass die Regierung in den vergangenen zw&#246;lf Monaten die Diesel-Besteuerung zweimal erh&#246;ht hat. „Zus&#228;tzlich hat der Staat ab dem 1. Januar die Maut f&#252;r LKW zwischen 3,5 und 12 Tonnen eingef&#252;hrt“, sagt er. Damit seien zumindest f&#252;r einen Teil der Unternehmen noch einmal zus&#228;tzliche Kosten entstanden.</p>
<p>Dabei d&#252;rfte es tats&#228;chlich noch eine Weile dauern, bis sich Tschechien und die Slowakei wieder von den Einbr&#252;chen der Vergangenheit vollst&#228;ndig erholt haben. Denn beide M&#228;rkte sind mit zehn bzw. f&#252;nf Millionen Konsumenten relativ klein und stark auf den Au&#223;enhandel angewiesen – anders als Polen - der gr&#246;&#223;ere Nachbar im Norden. Dadurch wurden diese L&#228;nder 2009 voll von der internationalen Krise erwischt: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Tschechien brach um 4,1 Prozent ein. Und die Wirtschaft der Slowakei b&#252;&#223;te sogar 4,7 Prozent ein. Insbesondere Deutschland als wichtiger Absatzmarkt war massiv zur&#252;ckgegangen. Und die Gesamterl&#246;se der Transporteure und Lagerdienstleister verringerten sich laut Tschechischem Statistik-Amt um 9,5 Prozent. Und auch die Slowaken mussten Feder lassen. Ihre Transporterl&#246;se krachten sogar um 14,3 Prozent ein.</p>
<p><strong>Automobildindustrie belastet Transporteure</strong><br />
Ein weiteres Problem ist, dass die beiden Standorte stark von der internationalen Automobilindustrie gepr&#228;gt sind, die in der Krisenzeit sehr mit R&#252;ckg&#228;ngen zu k&#228;mpfen hatte. VW hat im vergangenen Jahr beispielsweise weltweit einen R&#252;ckgang bei der Produktion um 4,6 Prozent hinnehmen m&#252;ssen. Die Deutschen betreiben in der Slowakei ein Audi- und Seat-Werk in der 60.000-Einwohner-Stadt Martin – ganze 230 Kilometer von der Hauptstadt Bratislava entfernt. Viele Transporteure haben ein sehr hartes Jahr hinter sich.</p>
<p>„Sie mussten dramatisch ihre Kosten senken, wenn sie &#252;berleben wollten“, macht Medved klar. Gespart worden sei daher sehr viel: Leider auch an der Weiterbildung der Angestellten sowie an der &#220;berholung des Fuhrparkes. Doch manchmal nutzte auch das nichts: „Mindestens zehn Prozent aller tschechischen LKW-Transporteure mussten die Zahlungsunf&#228;higkeit anmelden“, zieht Medved ein bitteres Fazit. </p>
<p>Mit &#228;hnlichen Problemen hatten auch die Kollegen aus der Slowakei zu k&#228;mpfen. „Die Unternehmen haben die Zahl ihrer Fahrzeuge verringert, da die Auftr&#228;ge ausgeblieben sind“, erkl&#228;rt Peter Tóth – der Sprecher von der CESMAD Slovakia – dem Pendant zur tschechischen Organisation. Die Transporteure haben damit die hohen Steuern f&#252;r die Fahrzeuge vermeiden wollen. „Es gab Entlassungen”, so der Sprecher. Jetzt – nach den ersten sechs Monaten – ist aber eine Steigerung zu sp&#252;ren – genau wie in Tschechien. „Derzeit gibt es eine ausreichende Zahl von Auftr&#228;gen“, erkl&#228;rt der CESMAD-Mann. Die Unternehmen erneuerten ihre Fuhrparks. Von einem Ende der Krise k&#246;nne noch keine Rede sein – doch immerhin ist sie in Sichtweite. „Etwa 2011 k&#246;nnten wir wieder das Niveau von 2008 erreichen, als alles begann“, prognostiziert der Sprecher. </p>
<p>Ganz so d&#252;ster wie 2009 sieht es f&#252;r die Transporteure und Logistiker somit nicht mehr aus. Die &#214;konomen haben f&#252;r 2010 f&#252;r beide L&#228;nder ein Wirtschaftswachstum prognostiziert. Und die Gesamterl&#246;se der Transporteure und Lagerdienstleister sind im ersten Quartal wieder leicht gestiegen: Und zwar in Tschechien um 1,2 Prozent und in der Slowakei um 3,3 Prozent. Dazu kommt, dass Deutschland wieder nach Luft schnappt – gerade von den Auftr&#228;gen dieses westlichen Nachbarn sind Tschechien und die Slowakei besonders abh&#228;ngig.</p>
<p>“Ja, der Markt beginnt, sich langsam, aber sicher, zu erholen“, best&#228;tigte denn auch Lenka Riegler. Die Tschechin vertritt die &#246;sterreichische Spedition Eurotransline aus Leibnitz, die sowohl nach Tschechien als auch in die Slowakei fahren l&#228;sst. „Doch wird es noch Monate dauern, bis die Preise wieder steigen“, haute sie in die gleiche Kerbe wie ihr tschechischer Kollege von der CESMAD BOHEMIA. Dabei w&#252;rden bestimmt noch einige Unternehmen die Segel streichen, weil das Niveau derzeit derma&#223;en niedrig sei. Letztlich sehe es f&#252;r das Gesamtjahr 2010 allerdings gar nicht so schlecht aus. </p>
<p>„Januar und Februar waren sowohl im reinen Transportgesch&#228;ft als auch branchen&#252;bergreifend in den Kontraktlogistikgesch&#228;ften als Ausl&#228;ufer von 2009 noch verhaltend“, analysiert auch Stefano Vincinelli – der CEO von Fiege, der f&#252;r S&#252;d- und Osteuropa zust&#228;ndig ist. Seit M&#228;rz sei jedoch ein deutlicher Aufschwung in allen Gesch&#228;ftsbereichen zu sehen – mit Auftragsspitzen im April und Juni. „W&#228;hrend der Krise ist Fiege auf die Kunden zugegangen, die bislang in Eigenregie ihre Logistik organisiert haben“, erkl&#228;rt der Manager die Strategie f&#252;r das schwere Jahr 2009. Nun profitiere das Unternehmen davon mit einer guten Auftragslage im Maschinenbau und anderen Kernbereichen. Aus seiner Sicht hat die Logistikbranche die Krise bereits deutlich hinter sich gelassen. „Wir rechnen f&#252;r 2010 mit einer steigenden Gesch&#228;ftsentwicklung gegen&#252;ber dem Vorjahr“, erwartet Vincinelli. </p>
<p><strong>Bahnen steigern sich</strong><br />
Auch die Vertreter der Bahnen blicken wieder auf wachsende Volumina. Die staatliche CD Cargo aus Tschechien freute sich nach den ersten sechs Monaten wieder &#252;ber eine Tonnage von 36,2 Millionen – das waren 8,5 Prozent mehr als noch zw&#246;lf Monate zuvor. Dabei kletterte auch wieder die Ums&#228;tze: Sie stiegen um 4,1 Prozent. „Eisen- und Maschinenbau-Erzeugnisse waren besonders wichtig“, sagt Petr Stahlavsky – der Sprecher des Unternehmens. Gerade hier hatte es 2009 gro&#223;e R&#252;ckg&#228;nge gegeben. </p>
<p>Der Manager sieht den st&#228;rksten Konkurrenten im Stra&#223;enverkehr – das sind Verh&#228;ltnisse wie in anderen L&#228;ndern auch. „Wir m&#252;ssen f&#252;r jeden Kilometer Geb&#252;hren bezahlen – die LKW-Unternehmen hingegen nicht“, so seine Ansicht. Im harten Jahr 2009 hat auch die CD Cargo auf die Kostenbremse gedr&#252;ckt und viele Bereiche im Unternehmen effizienter gestaltet. Insgesamt glaubt auch Stahlavsky, dass es 2010 besser wird. „Wir gehen davon aus, dass der Transport stabil bleibt und dass wir erfolgreicher sind als noch zw&#246;lf Monate zuvor“, orakelt der Sprecher. Fazit: So schlimm wie 2009 sieht es nicht mehr aus – LKW und Bahn verzeichnen wieder Zuw&#228;chse. Doch kann von stabilen Bedingungen am Markt noch keine Rede sein.</p>
<p>Der Beitrag ist in der Fachzeitung &#8220;VerkehrsRundschau&#8221; erschienen (www.verkehrsrundschau.de) .
</p>
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		<title>Transporteure vor Erholung</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Aug 2010 13:09:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Becker</dc:creator>
		
	<category>Unternehmen</category>
	<category>Logistik</category>
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		<description><![CDATA[WARSCHAU - Polen – einer der gr&#246;&#223;ten M&#228;rkte in der EU – nimmt an Fahrt auf und scheint die schlimmste Zeit der Krise langsam zu &#252;berwinden: Die Auftr&#228;ge aus Deutschland ziehen 2010 wieder an. Und die Wirtschaft und das gesamte Transportgewerbe haben das vergangene Jahr, das als &#228;u&#223;erst schwierig galt, relativ schadlos &#252;berstanden. Und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>WARSCHAU - Polen – einer der gr&#246;&#223;ten M&#228;rkte in der EU – nimmt an Fahrt auf und scheint die schlimmste Zeit der Krise langsam zu &#252;berwinden: Die Auftr&#228;ge aus Deutschland ziehen 2010 wieder an. Und die Wirtschaft und das gesamte Transportgewerbe haben das vergangene Jahr, das als &#228;u&#223;erst schwierig galt, relativ schadlos &#252;berstanden. Und die statistischen Prognosen f&#252;r 2010 sind auch nicht schlecht. Die Stimmung unter den LKW-Unternehmern ist hingegen geteilt: Neben Zuversicht ist noch massive Skepsis zu sp&#252;ren. Die Bahnunternehmen stehen dabei sehr stark unter Druck.</p>
<p>„Die polnischen LKW-Transporteure haben bis Ende M&#228;rz im Vergleich zum Vorquartal zw&#246;lf Prozent mehr Auftr&#228;ge aus Deutschland, &#214;sterreich und der Schweiz erhalten“, rechnet  Mariusz Odkała – Verwaltungsdirektor von der internationalen Frachtenb&#246;rse Teleroute vor. Gerade Deutschland ist f&#252;r die Polen aufgrund seiner N&#228;he und seiner Gr&#246;&#223;e besonders wichtig. Die Auftragsentwicklung mit diesem Nachbarn ist deshalb eine Art von Lackmus-Test f&#252;r die gesamte Branche. Die LKW stemmen in Polen mehr als 80 Prozent der Fracht und sind deswegen fast repr&#228;sentativ f&#252;r den gesamten G&#252;terverkehr – wie in anderen L&#228;ndern auch.</p>
<p>„Interessant: Im Vergleich zum ersten Quartal 2009 – dem Krisenjahr – stieg die Zahl sogar um 92 Prozent“, f&#252;hrte Odkała weiter aus. Genauso wie sich die Gesamtwirtschaft in Deutschland wieder erholt, genauso klettern auch wieder die Auftr&#228;ge f&#252;r die polnischen Transporteure. „Die Transportbranche ist eben sehr stark von der wirtschaftlichen Gesamtkonjunktur abh&#228;ngig“, sagte der Fachmann. </p>
<p>Dabei st&#252;tzen sich die Polen zus&#228;tzlich auf ihre eigene - relativ stabile - Wirtschaft. Auch hier ist das BIP nach den ersten drei Monaten gewachsen – und das sogar um ganze drei Prozent. Doch das ist noch nicht alles: Die &#214;konomen der EU sehen den jungen Mitgliedsstaaten bei ihren Prognosen f&#252;r das gesamte Jahr 2010 in der Spitzengruppe der Gemeinschaft. </p>
<p>Polen macht derzeit mit seinen Wirtschaftsdaten auf sich aufmerksam, die bereits 2009 f&#252;r &#220;berraschungen gesorgt hatten. Das Land war eine der wenigen &#214;konomien in Europa, die dieses schwierige Jahr ohne Einbr&#252;che verkraftet hat. Es gab sogar noch einen Zuwachs um 1,7 Prozent -  der d&#252;steren Ahnungen und Prognosen vieler Unternehmer zu Jahresanfang zum Trotz. Ein Grund: Die starke Inlandsnachfrage. </p>
<p>Das Wichtige dabei: Auch die polnische Transportbranche befand sich mit dieser relativ guten Gesamtwirtschaft im Gleichschritt: Die Gesamterl&#246;se kletterten um 2,3 Prozent auf 131,3 Milliarden Złoty (32,82 Milliarden Euro). Auch die gesamten Transportvolumina stiegen um 1,8 Prozent auf 1,69 Milliarden Tonnen. Davon fuhren die LKW-Unternehmen den Gro&#223;teil von 1,42 Milliarden Tonnen und verzeichneten dabei ein Plus von 6,7 Prozent – so die teilweise gesch&#228;tzten Zahlen des polnischen statistischen Hauptamtes GUS.</p>
<p>„Die Polen-Gesch&#228;fte haben sich bei uns in der ersten Jahresh&#228;lfte sehr positiv entwickelt“, sagte der Managing Director von K&#252;hne+Nagel, Tobias Jerschke, im Gespr&#228;ch mit der „verkehrsRundschau“. Seine Landesgesellschaft war bereits 2009 eine derjenigen im Konzern, die sich innerhalb der Gesamtgruppe positiv hervorgetan hatte. Ansonsten musste das Unternehmen insgesamt einen heftigen Umsatzr&#252;ckgang um fast ein F&#252;nftel auf 17,4 Milliarden Euro verkraften. „Wir haben 2010 Projekte realisiert, die wir bereits im Vorjahr vorbereitet haben“, erkl&#228;rte Jerschke. Dazu geh&#246;rt ein Supply-Chain-Projekt, bei dem K&#252;hne+Nagel f&#252;r einen globalen Pharmakonzern in der Region Warschau das Warenlager betreibt. Vor dort aus bedient das Unternehmen Polen und andere L&#228;nder in Osteuropa. </p>
<p>Und auch nach vorne blickt der Deutsche sehr positiv – genauso wie viele &#214;konomen auch: „Die Branche beginnt derzeit tats&#228;chlich, die Krise hinter sich zu lassen“, so seine Einsch&#228;tzung. Sein Unternehmen verzeichne steigende Sendungszahlen und viele neue Projekte, die im vergangenen Jahr noch ausgesetzt worden seien. „Wir haben viele Anfragen von neuen Kunden, die nach der Krise neue Wege beschreiten wollen, aber oft auch von Kunden, deren Dienstleister die Leistung nicht erbringen k&#246;nnen.“ Grund: Diese haben sich aus dem Markt zur&#252;ck gezogen.  </p>
<p><strong>Kleinere Firmen guten Mutes</strong><br />
Auch kleinere Unternehmen zeigen Optimismus: „Die Wirtschaftswachstumsdaten sind positiv“, freute sich auch Katarzyna Nowakowska von dem polnischen Transportdienstleister Pekaes. „Die TSL-Brache ist guten Mutes und setzt weiter auf diese Entwicklung“, sagte die Sprecherin des Unternehmens, das zu den gr&#246;&#223;ten einheimischen Transporteuren geh&#246;rt. Dieser hatte 2009 noch einen Umsatzr&#252;ckgang um 22,8 Prozent auf rund 83 Millionen Euro zu verschmerzen. Dann &#228;nderte der Vorstand seine Strategie, die nun f&#252;r 2010 und 2012 gilt. Offenbar sind hier die ersten Wirkungen zu sehen. So kletterte der Erl&#246;s nach den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 10,6 Prozent auf 93,9 Millionen Złoty (23,4 Millionen Euro). </p>
<p>„Wir haben vor allem die Handelsaktivit&#228;t am einheimischen Markt vergr&#246;&#223;ert“, erkl&#228;rte Nowakowska. „Sowohl beim Ganzwagentransport als sowohl bei der Bef&#246;rderung von St&#252;ckgut hat es Umsatzzuw&#228;chse gegeben“, erkl&#228;rte die Pekaes-Frau. Das Unternehmen konzentriere sich jetzt auf seine Kerngesch&#228;fte – also auf den Vertrieb von Waren &#252;ber sein St&#252;ckgut-Netz. Das sei ein Bestandteil der neuen Strategie, so Nowakowska. Das Unternehmen verf&#252;gt &#252;ber 17 Terminale im gesamten Land. Dar&#252;ber hinaus soll die Kontraktlogistik noch mehr in Fokus r&#252;cken als bisher. Doch das ist noch nicht alles: Pekaes will sein Kundenportfolio erweitern: Dazu sollen Auftr&#228;ge aus dem FMCG-Bereich sowie aus der Maschinenindustrie kommen.</p>
<p>Dabei &#228;u&#223;erten sich nicht alle Manager so positiv. „2009 ist doch der Warenaustausch Deutschlands mit Polen im Vergleich zu 2008 um 18,4 Prozent zur&#252;ckgegangen“, sagte G&#252;nter Weber von der Spedition LOXX. Der Manager ist seit den achtziger Jahren in Polen aktiv. „Da bricht nat&#252;rlich auch die Transportleistung eines Polen-Spediteurs ein – wenn auch nicht so ganz in diesem Umfang“, erkl&#228;rte der Spediteur. LOXX hat allerdings keinen einzigen Mitarbeiter entlassen. F&#252;r das erste Halbjahr 2010 sei eine Konsolidierung in der Tonnage zu sehen. „Doch noch nicht im notwendigen Umfang im Transportentgelt.“ </p>
<p>Die Auftraggeber h&#228;tten die Krise zur Frachtpreisreduzierung benutzt. „Die internationalen Konzerne nutzen ihre starke Stellung als Auftraggeber“, konstatierte Weber. Die Spedition hat unter anderem eine Direktverkehr-Verbindung f&#252;r St&#252;ckgut von West-Europa bis nach Sibirien eingerichtet. Allzu optimistische Prognosen der Wirtschaftspresse oder von &#214;konomen &#228;rgern den Manager allerdings eher. 2010 werde ein schwieriges Jahr. „Arbeiten wir daran, dass wir es gut &#252;berstehen und dass 2011 halbwegs normale Bedingungen am Markt herrschen“, sagte Weber.</p>
<p><strong>Preiskrieg unter den Bahnen</strong><br />
Die Bahn, die gerade einmal zw&#246;lf Prozent der Gesamtg&#252;ter in Polen transportiert, hat dabei noch wesentlich mehr Probleme. Dieser Markt, den der staatliche Marktf&#252;hrer PKP Cargo dominiert, war 2009 sogar um 19,6 Prozent eingekracht. Immerhin zeigten sich die Unternehmen zuletzt wieder etwas verbessert. PKP Cargo verzeichnete nach den ersten sechs Monaten wieder Zuw&#228;chse bei der Tonnage. Diesmal standen 54,75 Millionen Tonnen in B&#252;chern. Das waren 21,1 Prozent mehr als noch zw&#246;lf Monaten zuvor. Auch CTL Logistics legt im Mai wieder zu – im ersten Quartal hatte es noch derbe R&#252;ckg&#228;nge gegeben.</p>
<p>Dabei gibt es zwei Probleme: Zum einen die Zugangsgeb&#252;hren f&#252;r die Gleise, die aus der Sicht der Bahnen zu hoch sind. Zum anderen pr&#228;gen heftige Auseinandersetzungen um die Auftr&#228;ge das Bild. Die gr&#246;&#223;te Privatbahn CTL Logistics beklagt sich immer wieder, dass Konkurrenten den Zuschlag erhielten, indem sie Preise anb&#246;ten, die schlichtweg unrentabel seien. „Das kann zur Insolvenz einiger Unternehmen f&#252;hren“, warnte denn auch der Generaldirektor des Heizkraftwerkes Elektrownie Ostrołeka, Ryszard Niedziółka – einem Gro&#223;kunden der Bahnen. Sein Unternehmen mache zwar im laufenden Jahr noch Gewinn, doch k&#246;nne sich das in den kommenden Jahren wieder &#228;ndern, zitiert ihn die Fachzeitung „Nowy Przemysł“. „Dann gibt es weniger Anbieter, und die Preise steigen wieder mit Sicherheit.“</p>
<p><em><em>Dieser Beitrag ist in der Printausgabe der Logistik-Fachzeitung &#8220;VerkehrsRundschau&#8221; unter www.verkehrsrundschau.de erschienen</em></em>
</p>
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		<title>Bre Bank wirft Chef raus</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 16:49:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Becker</dc:creator>
		
	<category>Unternehmen</category>
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		<description><![CDATA[Der Aufsichtsrat der polnischen Commerzbank-Tochtergesellschaft Bre Bank hat am Montag  den Vorstandsvorsitzenden Mariusz Grendowicz vom seinem Amt entbunden. Das teilte das polnische Unternehmen in einer offiziellen Erkl&#228;rung ohne Angabe von Gr&#252;nden mit. Nachfolger wird der Rechtswissenschaftler Cezary Stypulkowski, der zum 1. Oktober seinen Dienst antritt. Der Manager agierte fr&#252;her unter anderem als Vorstandsvorsitzender des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Aufsichtsrat der polnischen Commerzbank-Tochtergesellschaft Bre Bank hat am Montag  den Vorstandsvorsitzenden Mariusz Grendowicz vom seinem Amt entbunden. Das teilte das polnische Unternehmen in einer offiziellen Erkl&#228;rung ohne Angabe von Gr&#252;nden mit. Nachfolger wird der Rechtswissenschaftler Cezary Stypulkowski, der zum 1. Oktober seinen Dienst antritt. Der Manager agierte fr&#252;her unter anderem als Vorstandsvorsitzender des polnischen Versicherers PZU. In der Zwischenzeit soll der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende Wieslaw Thor kommissarisch den Vorsitz &#252;bernehmen. Nach Auskunft der polnischen Tageszeitung &#8220;Rzeczpospolita&#8221; hat ein Konflikt mit zwei Aufsichtsratmitgliedern zu der Demission gef&#252;hrt. Darunter habe sich auch der Aufsichtsvorsitzende Maciej Lesny befunden. &#8220;Diese Entscheidung kommt &#252;berraschend&#8221;, zitiert das Blatt den Bankanalysten Dariusz Gorski von Wood&#038;Co.</p>
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		<title>&#8220;Woodstock&#8221; kein zweites Duisburg</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 11:31:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Becker</dc:creator>
		
	<category>Medien</category>
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		<description><![CDATA[WARSCHAU – Mit Gelassenheit, einer gro&#223;en Portion Festival-Erfahrung, aber auch mit Alkohol- und Drogenverboten: So sehen die Organisatoren ihrem eigenen Rock-Event „Haltestelle Woodstock“ in der westpolnischen Grenzstadt Kostrzyn (K&#252;strin) entgegen. Damit ist die Veranstaltung an diesem Wochenende die gr&#246;&#223;te ihrer Art des Kontinents – mit bis zu 400.000 jungen Leuten, die aus ganz Europa erwartet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>WARSCHAU – Mit Gelassenheit, einer gro&#223;en Portion Festival-Erfahrung, aber auch mit Alkohol- und Drogenverboten: So sehen die Organisatoren ihrem eigenen Rock-Event „Haltestelle Woodstock“ in der westpolnischen Grenzstadt Kostrzyn (K&#252;strin) entgegen. Damit ist die Veranstaltung an diesem Wochenende die gr&#246;&#223;te ihrer Art des Kontinents – mit bis zu 400.000 jungen Leuten, die aus ganz Europa erwartet werden. </p>
<p>Es geht darum, sich bei den Polen zu bedanken, die im Januar eine karikative Spendenaktion unterst&#252;tzt haben. Dabei steht die „Haltestelle Woodstock“ diesmal unter dem schockierenden Eindruck des Techno-Spektakels „Love Parade“ in Duisburg von vor einer Woche. Dort waren bei einer Massenpanik mehr als 20 Menschen zu Tode gekommen. Mehrere hundert waren verletzt worden. Die bange Frage: Ist so etwas auch hier m&#246;glich? </p>
<p> „Es gibt kein Risiko, dass es zu so einer Trag&#246;die kommt“, erkl&#228;rt hingegen Sławomir Konieczny -  der Polizeisprecher der Region Lubuskie, die daf&#252;r zust&#228;ndig ist. Denn dieses Festival habe ein anderes Ausma&#223; als die „Love Parade“, an der &#252;ber eine Million Partyg&#228;ste teilgenommen h&#228;tten. „Es wird kein Eintritt verlangt, es findet unter freiem Himmel statt, und das Gel&#228;nde ist weder von Bebauung noch von Z&#228;unen umgeben“, sagt Konieczny. Staus, die durch eine Einlasskontrolle entst&#252;nden, werde es nicht geben. „Und ein Abfluss der Partyg&#228;ste ist st&#228;ndig m&#246;glich.“</p>
<p><strong>Tausende von Polizisten</strong><br />
Rund 1.000 Polizisten werden f&#252;r die Sicherheit sorgen – dazu kommen freiwillige Helfer, schlie&#223;lich genie&#223;t dieses Festival in der gesamten Region Kultstatus. Zus&#228;tzlich sollen rund 300 Schilder auf dem Gel&#228;nde bei der Orientierung helfen. Auto fahren ist dort vollst&#228;ndig verboten.</p>
<p><strong>Gut vorbereitete Nachbarn</strong><br />
„Die Polen sind gut vorbereitet“, findet auch Jens Lawrenz – Sprecher des Kinder- und Jugendclubs FRIZZ Kindervereinigung Seelow. Seine Organisation aus dem benachbarten Brandenburg ist ein deutscher Medienpartner des Festivals. Lawrenz rechnet mit insgesamt 20.000 bis 30.000 deutschen jungen Leuten, die daran teilnehmen. „Schlie&#223;lich veranstalten sie dieses Event ja schon seit sechs Jahren an diesem Ort“, weist der Jugend-Kenner auf die Erfahrung der Polen hin. Und ganz wichtig: „Es ist ja auch nicht kommerziell wie die Love Parade“.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus erlauben die Polen nur die begrenzte Ausgabe von Alkohol, der zu einer negativen Stimmung f&#252;hren k&#246;nnte. Und nicht nur, wenn es um das Bier, Wein oder Schnaps geht. Alle Drogen – egal, ob weiches Marihuana oder richtig harter Stoff – sind in Polen sogar komplett verboten. „Das haben wir unseren jungen Leuten auch ganz klar gesagt“, unterstreicht Lawrenz. „Die polnische Polizei nimmt jeden sofort in Haft, der damit erwischt wird.“ Und es drohen empfindliche Strafen. „Die sind da ganz konservativ und &#252;berhaupt nicht zimperlich.“
</p>
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		<title>Gothaer kommt nach Polen</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 15:48:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Becker</dc:creator>
		
	<category>Unternehmen</category>
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		<description><![CDATA[WARSCHAU – Die Gothaer Allgemeine Versicherung steht in Polen vor dem direkten Einstieg beim polnischen Versicherer PTU. „Der Versicherer steht kurz vor dem Abschluss der Verhandlungen“, hie&#223; es aus Finanzkreisen. Es geht um die &#220;bernahme eines Anteils von 45,4 Prozent, die derzeit noch von zwei Tochtergesellschaften des polnischen Chemiekonzerns Ciech gehalten werden. Die polnische Finanz-Zeitung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>WARSCHAU – Die Gothaer Allgemeine Versicherung steht in Polen vor dem direkten Einstieg beim polnischen Versicherer PTU. „Der Versicherer steht kurz vor dem Abschluss der Verhandlungen“, hie&#223; es aus Finanzkreisen. Es geht um die &#220;bernahme eines Anteils von 45,4 Prozent, die derzeit noch von zwei Tochtergesellschaften des polnischen Chemiekonzerns Ciech gehalten werden. Die polnische Finanz-Zeitung „Parkiet“ geht von einem Preis von 85 Millionen Zloty (21,25 Millionen Euro) aus.
</p>
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		<title>B&#246;rse aufs Parkett</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 05:24:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Becker</dc:creator>
		
	<category>Unternehmen</category>
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		<description><![CDATA[WARSCHAU – Polen macht bei der Privatisierung seiner staatlichen B&#246;rse in Warschau (GPW) wieder einen wichtigen Schritt nach vorne. Das zust&#228;ndige Ministerium f&#252;r Staatsverm&#246;gen (MSP) hat eine gesamte Beratergruppe f&#252;r das neue angepeilte IPO ausgew&#228;hlt. Der urspr&#252;nglich vorgesehene Verkauf der gesamten GPW an einen strategischen Investor war n&#228;mlich Ende des vergangenen Jahres gescheitert. Dabei hatte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>WARSCHAU – Polen macht bei der Privatisierung seiner staatlichen B&#246;rse in Warschau (GPW) wieder einen wichtigen Schritt nach vorne. Das zust&#228;ndige Ministerium f&#252;r Staatsverm&#246;gen (MSP) hat eine gesamte Beratergruppe f&#252;r das neue angepeilte IPO ausgew&#228;hlt. Der urspr&#252;nglich vorgesehene Verkauf der gesamten GPW an einen strategischen Investor war n&#228;mlich Ende des vergangenen Jahres gescheitert. Dabei hatte sich unter den Interessenten auch die Deutsche B&#246;rse befunden</p>
<p>Auf der neuen Beraterliste befinden sich jetzt JPMorgan , Goldman Sachs und UBS – aber auch einheimische Banken wie die halbstaatliche PKO BP. In der ersten Novemberh&#228;lfte will das Land 63 Prozent der Aktien am eigenen Finanzplatz anbieten. Polen soll dabei die strategische Kontrolle behalten. Weitere Einzelheiten &#252;ber die Offerte stehen noch nicht fest.</p>
<p>„Das wird ein gigantisches IPO“, sagte der Sprecher des Ministeriums f&#252;r Staatsverm&#246;gen, Maciej Wewiór. Doch sei dabei weniger der Emissionserl&#246;s „gigantisch“, den Polen damit erzielen k&#246;nne, als vielmehr die Symbolwirkung, die davon ausgehe. „Damit findet endlich – mehr als 20 Jahre nach dem Untergang des Kommunismus - die wirtschaftliche Transformation des Landes einen Abschluss“, lobte Wewiór diesen B&#246;rsengang in h&#246;chsten Tonen. Schlie&#223;lich sei die GPW nur eine der wenigen B&#246;rsen in Europa, die sich noch in staatlicher Hand befinde. </p>
<p>Tats&#228;chlich w&#228;re mit dem IPO im November endlich ein jahrelanges Tauziehen um die GPW beendet. Es gab schon mehrere Privatisierungsversuche – doch immer wieder funkten die wechselnden Regierungen dem Vorstand in seine Arbeit hinein. Denn die B&#246;rse war aufgrund ihrer Bedeutung f&#252;r die Gesamtwirtschaft immer besonders politisch wichtig. </p>
<p>Mit dem Regierungswechsel vor knapp drei Jahren, als der liberal-konservative Premier Donald Tusk ans Ruder gekommen war, nahm die Privatisierung des Finanzplatzes zwar wieder an Fahrt auf. Doch dr&#252;ckte Ende 2009 die Finanzkrise auf die Stimmung an den internationalen M&#228;rkten. Und Investoren waren nicht so leicht zu einem Einstieg zu &#252;berreden. Deshalb ist auch dieser Verkaufsversuch letztlich gescheitert. Und das war wiederum ein Grund, warum die Regierung ihre Privatisierungsprognose f&#252;r 2009 nicht eingehalten hat. </p>
<p><strong>Kooperation mit US-Amerikanern</strong><br />
Dabei hat die GPW derzeit eine Menge anzubieten – sowohl, was die internationalen Aktivit&#228;ten als auch was die Zahlen anbelangt: Der Finanzplatz hat gerade mit der NYSE Euronext eine strategische Kooperation beschlossen und sich damit international breiter aufgestellt. Die Polen benutzen nun eine Handelsplattform der US-Amerikaner. Das neue System wird die alte Struktur namens „Warset“, die seit dem Jahr 2000 in Betrieb ist, zur Jahreswende 2011/ 2012 ersetzen – so sehen es die Planungen vor.  </p>
<p>Und auch die Zahlen des Handelsplatzes stimmen: Denn die GPW ist mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 762 Milliarden Zloty (190,5 Milliarden Euro) und 384 Gesellschaften die st&#228;rkste B&#246;rse in Ostmitteleuropa. Mit 34 Unternehmen, die in den ersten sechs Monaten den Gang aufs Parkett wagten, ist die GPW die treibende Kraft am europ&#228;ischen IPO-Markt. Nirgendwo auf dem Kontinent gingen mehr B&#246;rseng&#228;nge &#252;ber die B&#252;hne. Zum Vergleich: In Deutschland waren es gerade einmal k&#252;mmerliche f&#252;nf IPO. </p>
<p>Zus&#228;tzlich war die Offerte des einheimischen Versicherers PZU vom Mai mit einem Volumen von 2,1 Milliarden Euro sogar die drittgr&#246;&#223;te weltweit. Au&#223;erdem haben die Warschauer 2009 einen Nettogewinn von 91 Millionen Zloty (etwa 22,8 Millionen Euro) erwirtschaftet – und das im Jahr 2009, das aufgrund der Finanzkrise extrem schwer gewesen ist. „Der Gewinn im laufenden Jahr d&#252;rfte nicht so hoch ausfallen wie 2009“, sagte der Chef der GPW, Ludwik Sobolewski, Ende April. </p>
<p><strong><strong>&#8220;2010 &#228;hnlich gutes Ergebnis wie im Vorjahr&#8221;</strong></strong><br />
Doch er bem&#252;he sich, dass das Ergebnis ein &#228;hnliches Niveau haben werde. „Nach zwei Krisenjahren bin ich der &#220;berzeugung, dass die Grundlagen unserer Struktur und unsere Investoren-Basis ungew&#246;hnlich stark sind“, f&#252;gte der Manager nicht ohne Stolz hinzu. Polen ist eines der wenigen L&#228;nder in Europa, das die Finanzkrise ohne R&#252;ckg&#228;nge verkraftet hat. Und nat&#252;rlich hat davon auch die Warschauer B&#246;rse profitiert.</p>
<p>„Wegen der Ergebnisse der B&#246;rse rechne ich auch mit einem durchaus guten Emissionserl&#246;s f&#252;rs IPO“, sagte Cesary Nowosad. Der einheimische Privatisierungsexperte vertritt den BCC Centre Club – eine der gr&#246;&#223;ten Warschauer Unternehmervereinigungen. Allerdings verspricht der Fachmann der Regierung, wenn es um die Bedeutung des neuen GPW-Verkaufsplans geht. „Dadurch &#228;ndert sich doch nicht so viel in der alten B&#246;rsenstruktur“, so der Fachmann. Anders w&#228;re es gewesen, wenn ein strategischer Investor die Kontrolle &#252;bernommen h&#228;tte. „Das w&#228;re ein echter Einschnitt gewesen.“
</p>
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		<title>Homo-Parade ohne St&#246;rungen</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Jul 2010 14:33:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Becker</dc:creator>
		
	<category>Innenpolitik</category>
	<category>International</category>
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		<description><![CDATA[WARSCHAU - Die internationale Homosexuellen-Parade „EuroPride 2010“ ist am Samstag in Warschau ohne gr&#246;&#223;ere St&#246;rungen &#252;ber die B&#252;hne gegangen – trotz einer aufgeheizten Stimmung im Vorfeld. Rund 8.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind in einem bunten und lautstarken Umzug durch die polnische Hauptstadt gezogen. Dabei nahm die Polizei, die mit einem starken Aufgebot vertreten war, nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>WARSCHAU - Die internationale Homosexuellen-Parade „EuroPride 2010“ ist am Samstag in Warschau ohne gr&#246;&#223;ere St&#246;rungen &#252;ber die B&#252;hne gegangen – trotz einer aufgeheizten Stimmung im Vorfeld. Rund 8.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind in einem bunten und lautstarken Umzug durch die polnische Hauptstadt gezogen. Dabei nahm die Polizei, die mit einem starken Aufgebot vertreten war, nur einige nationalistische und religi&#246;se Gegendemonstranten fest.</p>
<p>Es war das erste Mal, dass diese Demonstration in Osteuropa organisiert worden ist. „Das war f&#252;r uns ein Feiertag f&#252;r die Gleichberechtigung“, sagte Robert Biedron – Sprecher der homosexuellen „Kampagne gegen Homophobie“. Insbesondere im katholischen Polen, das kaum &#252;ber liberale Traditionen verf&#252;gt, ist die Situation von Homosexuellen schwierig. „Viele Polen wissen nur sehr wenig von diesem Thema“, erkl&#228;rte Biedron.</p>
<p>Die Organisatoren und Biedron waren im Vorfeld auf Konfrontation gegangen, indem sie auf Plakaten mit der Losung „F&#252;rchtet Euch nicht!“ f&#252;r die Veranstaltung warben. Mit diesen ber&#252;hmten Worten hatte der verstorbene polnische Papst Johannes Paul II sein Amt auf dem Peterplatz in Rom angetreten. Damit hatte er seine Landsleute in Polen aufmuntern wollen, die die Kommunisten bedr&#252;ckten. In Polen ist Johannes Paul II f&#252;r alle unantastbar. Es gilt als verp&#246;nt, seine Aussagen f&#252;r politische Zwecke zu verwenden.</p>
<p>„Das ist eine besondere Provokation“, wetterte denn auch der nationalkonservative Politiker Boleslaw Piecha. Der 56j&#228;hrige Gyn&#228;kologe war vor einigen Jahren noch stellvertretender Gesundheitsminister in der damaligen Regierung unter Jaroslaw Kaczynski gewesen. „Die Veranstalter provozieren mit Sexualit&#228;t - ganz so, als ob das das wichtigste w&#228;re“, ereiferte sich der Arzt.</p>
<p><strong>55.000 Warschauer f&#252;r Verbot</strong><br />
Dabei wusste Piecha durchaus einen sp&#252;rbaren Teil der Warschauer hinter sich: Einer der Gegenumz&#252;ge trug den Namen „Grunwald-Marsch“ und wollte damit an die polnische Schlacht von Grunwald vor 600 Jahren gegen den Deutschen Ritterorden erinnern – ganz so, als es eine heilige und nationale Pflicht, die „EuroPride“ zu verhindern. Und 55.000 Warschauer hatten mit einer Unterschriften-Aktion versucht, B&#252;rgermeisterin Hanna Gronkiewicz-Waltz zu einem Verbot der Demonstration zu bewegen. „Unser Staat garantiert aber die Freiheit solcher Manifestationen – unabh&#228;ngig von den dargelegten Bekenntnissen“, wand sich die gelernte Juristin  etwas aus der Aff&#228;re. Es schien, als wollte sie lieber nicht mit Thema befassen.</p>
<p>„Ich bin hier, um meiner Tochter zu zeigen, dass wir in einer gleichberechtigten Gesellschaft leben“, sagte hingegen eine Mutter, die an der Demonstration teilnahm – und das bereits zum dritten Mal. Sie zeigte damit, dass sich auch viele Warschauer damit solidarisierten. „Ich will meiner Tochter Toleranz lehren“, erkl&#228;rte sie. „Gleichberechtigung ist ein Wert.“ Und daran mangele es halt noch sehr in Polen.<!--242ec6532a4b4c012427153f79b26637--><br />
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		<title>Doch keine neuen Druckereien</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 16:07:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Becker</dc:creator>
		
	<category>Unternehmen</category>
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		<description><![CDATA[WARSCHAU – Die Angst war gro&#223; in den vergangenen Jahren am deutschen Druckereimarkt: Die Unternehmen wie der Heinrich Bauer Verlag k&#246;nnten verst&#228;rkt ihre Werke in Deutschland aufgeben und in die neuen EU-L&#228;nder wie Polen, Tschechien oder in die Slowakei verlagern. Zu sehr belasteten die deutschen Druckereien die hohen Kosten, und zu stark war die Konkurrenz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>WARSCHAU – Die Angst war gro&#223; in den vergangenen Jahren am deutschen Druckereimarkt: Die Unternehmen wie der Heinrich Bauer Verlag k&#246;nnten verst&#228;rkt ihre Werke in Deutschland aufgeben und in die neuen EU-L&#228;nder wie Polen, Tschechien oder in die Slowakei verlagern. Zu sehr belasteten die deutschen Druckereien die hohen Kosten, und zu stark war die Konkurrenz zuhause. Dabei schienen die neuen M&#228;rkte gute Alternativen zu sein, da sie nicht nur geringere Produktionskosten anboten, sondern von Deutschland aus auch verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig leicht zu erreichen waren.</p>
<p>Doch nun hat sich erwiesen, dass diese Furcht weitgehend unbegr&#252;ndet gewesen ist. Gro&#223;e Unternehmen wie Heinrich Bauer planen dort keine weiteren Projekte, und die gro&#223;e Pioniereuphorie der Anfangszeit ist verflogen. „Wir peilen eher keine Ausbauinvestitionen an“, sagte Sławomir Bandurski. Der Manager ist beim Heinrich Bauer Verlag in Polen f&#252;r das Druckerei-Gesch&#228;ft zust&#228;ndig. Die aktuelle Lage am polygraphischen Markt d&#252;rfte sich n&#228;mlich in absehbarer Zeit nicht &#228;ndern, so der Fachmann. </p>
<p>Hintergrund: Der internationale Konkurrenzkampf unter den Druckereien ist zwar in den vergangenen Jahren immer gr&#246;&#223;er geworden und Investitionen in die neuen EU-L&#228;nder scheinen da durchaus eine L&#246;sung f&#252;r viele Unternehmen zu sein. Doch gleichen sich die Kosten an diesen M&#228;rkten immer mehr den Niveaus im Westen an. „In Polen steigen beispielsweise die Preise f&#252;r Energie und Gas kontinuierlich und sind mit denen in manchen EU-L&#228;ndern vergleichbar, auch wenn nat&#252;rlich gewisse Kostenvorteile bleiben“, sagte Bandurski. Er dachte dabei unter anderem an die L&#246;hne in Polen, die durchschnittlich bei 810 Euro liegen und damit immer noch weit unter hinter denen in Deutschland zur&#252;ckbleiben. „Es ist aber insgesamt schwer, einen massiven Verlagerungstrend in diese L&#228;nder zu beobachten, erkl&#228;rte der Fachmann.    </p>
<p>Dabei war Heinrich Bauer einer der Verlage gewesen, der mit seinem starken Engagement beim unmittelbaren Nachbarn Polen f&#252;r diese Unruhe gesorgt hatte. Das Unternehmen hatte schon zu Beginn der Neunziger Jahre damit begonnen, sich intensiv in dem jungen EU-Land zu engagieren. „Wir haben diese Druckereien dort gebaut oder ausgebaut, um dem steigenden Bedarf im Land in der gesamten Region nachzukommen“, f&#252;hrte Bandurski weiter aus. </p>
<p>Dabei sieht die Bilanz derzeit so aus: Im vergangenen Jahr hat der Medienkonzern weltweit etwa einen Erl&#246;s von zwei Milliarden Euro erwirtschaftet. Welche Bedeutung das Polen-Gesch&#228;ft f&#252;r die gesamte Gruppe hat, zeigt sich an den aktuellen Mitarbeiterzahlen: Von den insgesamt 9.000 Angestellten werden rund 2.000 in Polen besch&#228;ftigt. Dort betreibt das Unternehmen nicht nur Druckereien, sondern h&#228;lt auch den Mehrheitsanteil an dem gr&#246;&#223;ten polnischen Privatradio RMF.FM sowie an „interia.pl“ – einem der popul&#228;rsten Internetportale des Landes. „Das Druckerei-Gesch&#228;ft spielt dabei eine wichtige Rolle“, erkl&#228;rte Bandurski, ohne eine genaue Zahl zu nennen. </p>
<p><strong>&#8220;&#220;berwiegend f&#252;r polnische Kunden&#8221;</strong><br />
„Wir drucken neben den Konzernauftr&#228;gen &#252;berwiegend f&#252;r polnische Kunden“, gew&#228;hrte Bandurski einen kleinen Einblick in die derzeitigen Gesch&#228;fte. Doch habe das Unternehmen auch Order aus Deutschland und &#214;sterreich sowie aus der Region – n&#228;mlich aus Russland, Tschechien sowie der Ukraine.</p>
<p>Aktuell betreibt Heinrich Bauer in Polen zwei Druckereien, die beide in Sonderwirtschaftszonen liegen und damit von Steuererm&#228;&#223;igungen oder anderen staatlichen Verg&#252;nstigungen profitieren. Die erste befindet sich in der Gemeinde Nowogrodziec in Westpolen – etwa dreieinhalb Autostunden s&#252;d&#246;stlich von Berlin entfernt. </p>
<p>Das zweite Werk haben die Deutschen in der nordpolnischen 50.000-Einwohner-Stadt Ciechanow errichtet, die etwa anderthalb Autostunden n&#246;rdlich der Hauptstadt Warschau liegt. Es ist bereits 1997 entstanden und wurde systematisch vergr&#246;&#223;ert: Anfangs besch&#228;ftigte Heinrich Bauer hier nur 312 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jetzt – 13 Jahre sp&#228;ter – sind es sogar  460 Angestellte – also die H&#228;lfte mehr als am Anfang. </p>
<p>Die Mediengruppe hatte dabei nicht gespart und in den vergangenen Jahren noch einmal eine sp&#252;rbare Summe in das Werk investiert: So flossen zwischen dem Juli 2007 und dem Oktober 2008 insgesamt 80 Millionen Złoty (rund 20 Millionen Euro) in den Ausbau. Damit erweiterte Heinrich Bauer die Produktionskapazit&#228;ten um 60 Prozent. Das hat ihm in Ostmitteleuropa schon einige Aufmerksamkeit eingebracht: So ist die Fabrik die zweitgr&#246;&#223;te in der Region, die mit Flexodruck arbeitet. Innerhalb der Stadt Ciechanów ist Heinrich Bauer damit einer der wichtigsten Arbeitgeber. </p>
<p><strong>Steigende Kosten durch Euro</strong><br />
Doch jetzt hat auch ein solch lokal starker Arbeitgeber mit steigenden Kosten zu k&#228;mpfen. Dabei spielt auch der W&#228;hrungsunterschied eine nicht unwichtige Rolle, da Heinrich Bauer auch f&#252;r ausl&#228;ndische Kunden aktiv ist. Polen hat nach wie vor seine nationale W&#228;hrung – den Złoty. Er war zwischenzeitlich in den vergangenen Jahren so stark, dass er gerade den einheimischen Exporteuren schwer im Magen gelegen hat. </p>
<p>Einen genauen Termin f&#252;r die Euroeinf&#252;hrung hat die Regierung aber bisher nicht genannt – auch wenn die Bem&#252;hungen in der Vergangenheit zu sehen waren. Die Griechenland-Krise bewirkt nun, dass sich das Land nicht unbedingt beeilt, die Gemeinschaftsw&#228;hrung einzuf&#252;hren. F&#252;r internationale Konzerne wie Heinrich Bauer ist das nat&#252;rlich noch ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Doch ein Fazit l&#228;sst sich in jedem Fall ziehen: Gro&#223;e Verlagerungstrends von Druckereien d&#252;rfte es in naher Zukunft nicht geben. Und das d&#252;rfte in Deutschland f&#252;r Ruhe sorgen.
</p>
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		<title>B&#246;rse gemeinsam mit Amis</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 04:14:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Becker</dc:creator>
		
	<category>Finanzen</category>
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		<description><![CDATA[WARSCHAU – Die Warschauer Handelsplatz (GPW) und die internationale B&#246;rsen-Gruppe NYSE Euronext haben eine langfristige strategische Partnerschaft geschlossen. Die Polen erwerben dabei die Plattform NYSE Technologies™ (UTP – Universal Trading Platform), &#252;ber die Produkte vom Kassa- und vom Sekund&#228;rmarkt gehandelt werden, hie&#223; es in einer gemeinsamen Erkl&#228;rung. Beide Unternehmen nennen keine preislichen Volumina. Die neue [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>WARSCHAU – Die Warschauer Handelsplatz (GPW) und die internationale B&#246;rsen-Gruppe NYSE Euronext haben eine langfristige strategische Partnerschaft geschlossen. Die Polen erwerben dabei die Plattform NYSE Technologies™ (UTP – Universal Trading Platform), &#252;ber die Produkte vom Kassa- und vom Sekund&#228;rmarkt gehandelt werden, hie&#223; es in einer gemeinsamen Erkl&#228;rung. Beide Unternehmen nennen keine preislichen Volumina. Die neue Plattform soll das alte System Warset zur Jahreswende 2011/ 2012 ersetzen, berichten polnische Medien. </p>
<p>Zum einen st&#228;rkt damit die NYSE ihre Position in Ost- und in Mitteleuropa, da die GPW mit einer Marktkapitalisierung von 187 Milliarden € eine der st&#228;rksten Handelspl&#228;tze in dieser Region ist. Derzeit sind dort 382 Aktien notiert. Zum anderen weiten die Polen auf die Weise ihre internationalen Aktivit&#228;ten aus. Bisher sind sie &#252;berwiegend in ihrer Region aktiv, wo sie unter anderem Kooperationen mit Handelspl&#228;tzen in Rum&#228;nien und in der Ukraine unterhalten. Dieser Schritt ist auch deswegen wichtig, weil die Privatisierung im vergangenen Jahr gescheitert war. Die Deutsche B&#246;rse hatte Ende Dezember 2009 wegen angeblich zu hoher preislicher Vorstellung der Polen einen R&#252;ckzieher gemacht. </p>
<p>&#8220;Wichtige Kooperation&#8221;<br />
„Diese Zusammenarbeit  ist zweifelsohne einer der wichtigsten Schritte, der die GPW als internationalen Markt nach vorne bringt“, betonte jetzt auch noch einmal der Chef der Warschauer B&#246;rse, Ludwik Sobolewski. Das sei der unmittelbare Effekt der Strategie, den der Vorstand in den vergangenen Jahren eingef&#252;hrt habe. Hier hatte es die F&#252;hrungsriege auch niemals so ganz leicht, weil sie unter dem unmittelbaren Einfluss der polnischen Regierung steht, die der Eigent&#252;mer des Handelsplatzes ist. Jetzt, nachdem die Deutschen ausgestiegen sind, sollen im vierten Quartal 2010 Anteile des Handelsplatzes auf dem eigenen Parkett angeboten werden. </p>
<p>Dass die Polnische B&#246;rse durchaus attraktiv ist, zeigen auch die Zahlen. Nach den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres wagten insgesamt 34 neue Unternehmen in Warschau den Gang aufs Parkett. Damit lagen die Polen innerhalb von Europa aus dem ersten Platz, das insgesamt 55 IPO verzeichnet hatte. Doch nicht nur auf dem Kontinent, sondern auch dar&#252;ber hinaus haben die Warschauer bereits auf sich aufmerksam gemacht: Das Deb&#252;t des einheimischen Versicherers PZU war bis Ende Mai mit insgesamt 2,1 Milliarden € das drittgr&#246;&#223;te IPO weltweit. </p>
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